So vermeiden Sie die häufigsten Schuldenfallen

Ursachen für Schulden sind äußerst vielfältig und oft liegen die Gründe außerhalb des eigenen Einflussbereichs. Ein Schicksalsschlag kann jeden Menschen unerwartet treffen – Scheidung, Krankheit oder eine gescheiterte Selbstständigkeit sind nur wenige Gründe dafür.

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Was Sie bei einer Verschuldung beachten sollten

Achtung: informieren Sie die Gläubiger über Ihren Jobverlust und beantragen Sie eine Stundung (= Pausierung der Zahlungen wie z.B. Kreditraten).
Als Einzelunternehmer bzw. als Gesellschafter einer Personengesellschaft (OG/KG) haftet man persönlich mit seinem Privatvermögen, weshalb einem der Privatkonkurs nicht erspart bleibt.

Achtung: Bei einem Antrag auf Eröffnung eines Konkurses ist es entscheidend, ob Sie zu diesem Zeitpunkt (noch) Unternehmer sind oder nicht. Sollten Sie noch Unternehmer sein, müssen Sie mit den verbundenen Kosten (Anwaltspflicht!) vor das Handelsgericht (Firmenkonkurs).

Sollten Sie kein Unternehmer mehr sein, dann können Sie einen Antrag auf Privatkonkurs vor dem Bezirksgericht stellen. Es lohnt sich daher, schnell einen Termin zu vereinbaren – wir beraten Sie gerne!

Zu hohe monatliche Kosten

Achtung: reduzieren Sie Ihre Fixkosten. Tipps dazu finden Sie hier.

Achtung: Unterschreiben Sie nicht voreilig etwas bei der Bank. Lassen Sie sich vorher beraten!

Achtung: Eine Scheidung beendet keine Bürgschaft!

Tod, Unfall, Krankheit

Achtung: Unter Umständen können Sie eine Pflegestufe beantragen oder Bezüge aus einer Unfallversicherung erhalten.

Neue Einrichtung, Kaution, Maklergebühr

Achtung: Sie können Beihilfen beantragen wie zum Beispiel Wohnbeihilfe oder Hilfe in besonderen Lebenssituationen (Mietrückstände, Nachzahlung von Energiekosten, Beschaffung einer Unterkunft, etc.). Tipps dazu finden Sie hier.

Die häufigsten Schuldenfallen und wie Sie sie vermeiden

Leider glauben einige Menschen, dass Sie noch über Guthaben auf Ihrem Konto verfügen, solange die Überziehungsmöglichkeit des Kontos nicht ausgeschöpft wurde.

Achtung: Das Kontominus ist die teuerste Form der Kreditaufnahme!

Obwohl im Moment Kredite günstig aufzunehmen sind, können beim Überziehungsrahmen bis zu 13,25 % an Zinsen anfallen. In Folge können auch Zinseszinsen anfallen. Das bedeutet, dass Zinsen für die Zinsen zu bezahlen sind, sollten Sie mit den Zahlungen weiter in Verzug sein.

Aus dieser Abwärtsspirale herauszukommen ist schwer, da Sie im nächsten Monat ja nicht plötzlich das Konto ausgleichen können und ein neues Guthaben haben.

Leider verteilen Banken den Überziehungsrahmen ganz sorglos und "wie warme Semmeln", sobald man volljährig ist.

Der Überziehungsrahmen sollte jedoch nur für Notfälle gedacht sein. Ein ständiges Minus auf dem Konto sollten Sie unbedingt vermeiden.

"Knebelverträge" sind Verträge, die sich nur schwer kündigen lassen. Ein Beispiel dafür sind Verträge mit Fitnesscentern.

Achtung: Beachten Sie bei diesen Verträgen unbedingt die Bindungsdauer und die Kündigungsfristen. Oftmals ist es so, dass die Verträge um ein weiteres Jahr verlängert werden, sofern man nicht rechtzeitig kündigt!

In vielen Geschäften wird mit günstigen Teilzahlungen bzw. Ratenzahlungen geworben (auch online). Dabei ist es ganz egal, ob es ein neuer Fernseher ist oder ob Sie Möbel kaufen wollen.

Die Händler locken mit 0%-Finanzierungen, was bedeutet, dass keine Zinsen zu bezahlen sind. Das klingt erstmal ganz gut, aber sobald Sie eine Rate nicht bezahlen, geht die Abwärtsspirale los: Kosten, Zinsen, Zinseszinsen, Inkassokosten, usw.

Achtung: Man sollte sich stets nur Dinge kaufen, die man sich leisten kann und auf einmal bezahlen kann. Zusätzlich sollte man sich genau überlegen, ob man diese Dinge wirklich braucht.

Spontankäufe sind Käufe, die vorschnell getätigt werden.
Beispiel: das neueste Handy kommt auf den Markt.

Achtung: Überlegen Sie sich bei kleinen Käufen mindestens 24 Stunden lang, ob Sie diese Sache wirklich brauchen und kaufen wollen. Bei größeren Käufen ist es ratsam, mindestens 1 Monat zu warten.

Auch hier ist es ratsam, Spontankäufe zu vermeiden. Gehen Sie nur einmal pro Woche einkaufen, damit Sie nicht spontan im Geschäft „unnötige“ Dinge kaufen.

Schreiben Sie sich eine Einkaufsliste, um den Überblick darüber zu behalten, was Sie wirklich benötigen.

Viele Dinge sind mittlerweile zum Statussymbol geworden, wie z.B. das neuste Handy. Da diese Dinge sehr teuer sind, schließen viele Menschen Verträge bei Mobilfunkanbietern ab, um das neueste Handy „gratis“ zu bekommen.

Das Problem dabei ist, dass diese Verträge eine Vertragsbindung haben und oftmals nicht günstig sind. Im Endeffekt zahlen Sie für das Handy ein Vielfaches mehr.

Achtung: Stellen Sie sich die Frage, ob es immer das neueste Handy oder ein noch größerer Fernseher sein muss. Stellen Sie sich auch die Frage, ob es Designermöbel sein müssen, denn auch Möbel verlieren schnell an Wert. Ein gute Alternative ist es, gebrauchte Möbel zu kaufen.

Auch das eigene Fahrzeug ist für viele Menschen ein Muss. Beachten Sie aber, dass ein Auto in der Anschaffung und Erhaltung viel Geld kostet (Reparaturen, Pickerl, Parken, etc.).

Außerdem ist ein Auto in der Regel kein Wertgegenstand, sondern ein Gebrauchsgegenstand: es wird mit der Zeit immer weniger wert.

Achtung: Neufahrzeuge verlieren im Schnitt 25 % Ihres Werts im ersten Jahr und 50 % nach drei Jahren. Es ist ratsam, ein gebrachtes Auto zu kaufen, welches älter als drei Jahre ist, um den Wertverlust nicht bezahlen zu müssen.

Hier gilt das gleiche wie für Ratenkäufe. Ein Auto auf Kredit zu nehmen, welches immer weniger Wert wird, ist ein reines Verlustgeschäft.

Über Leasing (Sonderform des Kredits) ist das Auto zudem deutlich teurer als es zum Zeitpunkt der Anschaffung wert ist. Immerhin möchte die Leasingbank auch Gewinn machen.

Achtung: Wenn Sie das Auto kaputt machen, müssen Sie das Leasing trotzdem weiter bezahlen.

Pfandhäuser zahlen Bargeld aus und erhalten im Gegenzug ein Pfandrecht an einem Gegenstand, den Sie vorher vereinbaren.

Ein Pfandrecht bedeutet, dass der Pfandleiher ein Recht hat, die Sache zu veräußern, sollten Sie die vereinbarten Zahlungen (Zinsen) nicht leisten. Typische Beispiele: Schmuck, Auto, Antiquitäten, etc.

Achtung: Pfandhäuser verlangen oft sehr hohe Zinsen, vor allem, wenn man den Pfandgegenstand behält (z.B. wenn man das Auto weiter nutzt). Sollten Sie dann die Zinsen nicht bezahlen, kann es passieren, dass Ihr Auto oder Schmuck versteigert wird.

Privat Geld verborgen ist grundsätzlich erlaubt.

Achtung: Verborgen Sie allerdings niemals Geld ohne konkrete schriftliche (!) Vereinbarung. Ratsam ist es außerdem, das Geld online zu überweisen, damit ein Beweis für die Geldübergabe existiert.

Gerade als Mensch mit Schulden ist man anfällig für Betrüger (unseriöse Vermittler, die keine Gewerbeberechtigung haben, wie z.B. Kreditvermittler), da man oftmals verzweifelt sind.

Achtung:
- zahlen Sie niemals Provisionen bar
- zahlen Sie niemals Provisionen im Vorhinein
- zahlen Sie niemals Provisionen ohne schriftlichen Vertrag
- kontrollieren Sie immer, ob die Vermittler bei der WKO registriert sind

Versicherungen sind sinnvoll, um im Ernstfall nicht vor dem finanziellen Ruin zu stehen. Es gibt Versicherungen, die wenig kosten und einen hohen Nutzen haben. Es gibt aber auch Versicherungen, die teuer sind und deren Nutzen relativ gering ist.

Um einen Überblick zu bekommen, sollten Sie Versicherungen vergleichen. Gerne unterstützen wir Sie dabei! Jetzt kostenlosen Preisvergleich anfragen

Sollte man ein Suchtproblem haben – egal ob Spielsucht oder Drogensucht ist – ist es immer ratsam, sich Hilfe zu holen, bevor man in der Abwärtsspirale gefangen ist und vielleicht nicht mehr aus eigener Kraft herauskommt.

- Beratung und Betreuung Spielsucht
- Spielsuchthilfe

Ein nicht zu unterschätzendes Risiko sind Handyspiele. In ihnen tauscht man auf spielerische Weise echtes gegen virtuelles Geld, um sich zum Beispiel neue Skins oder Gebäude zu kaufen.

Da die Spiele oft gratis zum Download angeboten werden, sind diese Spiele sehr beliebt.

Achtung: man verliert schnell den Überblick und gibt Unsummen für diese Spiele aus.

Generell gibt es in Österreich keine Sippenhaftung. Das bedeutet, dass man z.B. nicht für die Schulden seiner Eltern haftet. Man haftet auch nicht für seinen Partner (Ausnahme: man hat eine Bürgschaft unterschrieben oder beim Kredit mit unterschrieben).

Bei einer Erbschaft kann man aber durchaus Schulden erben. Dies geschieht, wenn man Schulden anerkennt – in der Hoffnung, auch Guthaben zu erhalten. Sollte aber kein bzw. wenig Guthaben vorhanden sein, bleiben nur die Schulden übrig.

Achtung: Lassen Sie sich im Erbschaftsfall immer von einem Anwalt bzw. einem Notar beraten.

Ein gesunder Optimismus die Zukunft betreffend ist immer wichtig und gut.

Nichtsdestotrotz sollte man seine finanziellen Verpflichtungen nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wie die vorherigen Beispiele gezeigt haben, kann die Schuldenfalle schnell zuschnappen und man kommt nur mehr schwer hinaus.

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